Ostereier gestaltet per Kratztechnik von Angelika Rießland

15. Ostereiermarkt Gera

Kabinettausstellung im Museum für Naturkunde Gera

In der Ausstellung erwartete die Besucher und Besucherinnen ein reiches Sortiment an ganz verschiedenen Stilrichtungen, denn die 15 ausstellenden Ostereiergestalter und -gestalterinnen bearbeiteten die zerbrechlichen Eierschalen mit sehr unterschiedlichen Techniken, die so abwechslungsreich sind, wie die Künstler selbst. Die Gestalter und Gestalterinnen kommen aus vielen Berufsgruppen wie z. B. Porzellanmaler, Schmuckgestalter, Bibliothekare, Bauingenieure, Krankenschwestern und Rentner – von jung bis etwas älter. Die Techniken reichen von Wachsbossiertechnik, Acrylmalerei und Acrylmischtechnik, Blütenapplikationen bis zum Gestalten mit Wasserfarben, Fineliner und Tusche. Andere Gestalter perforieren, bohren, fräsen und kratzen bis zur filigranen Perfektion. Gestaltete Eier waren im Jahr 2020 undenkbar ohne Peter Carl Fabergé. Der 1846 in St. Petersburg geborene und 1920 in Lausanne verstorbene russische Goldschmied und Juwelier des russischen Zaren ist weltberühmt für seine meisterhaften Schmuckstücke, vor allem für seine virtuosen Fabergé-Eier. 2020 jährte sich sein Todestag zum 100. Mal. Deshalb waren sieben kunstvolle und mit edlen Materialien verzierte Eier des Kunsthandwerkers Olaf Frenzel aus Ichtershausen ein Höhepunkt der Ostereier-Ausstellung. Olaf Frenzel, der sonst eigene Schöpfungen verwirklicht, stellt Nachbauten bzw. Adaptionen von populären Eiern Fabergés her. Zu sehen war unter anderem seine Adaption vom Eisenbahn-Ei. Grundlage des Kunstwerks ist ein graviertes Straußenei mit Marmor-Sockel und vergoldeter Fassung. Es zeigt den Verlauf der 1900 eröffneten Transsibirischen Eisenbahn. Das Original dieses Eies wurde am 13. Januar 1901 dem russischen Zaren geliefert und kostete 7000 Rubel. Außerdem ausgestellt wurden Frenzels Interpretationen vom Winter-Ei, Maiglöckchen-Ei, Apfelblüten-Ei, Stiefmütterchen-Ei, Bernsteinschiff-Ei und Kristall-Ei.

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