13. Aenne-Biermann-Preis | Bundesweiter Wettbewerb für deutsche Gegenwartsfotografie

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Wer war Aenne Biermann?

  • 1898 in Goch am Niederrhein als Anna Sibilla Sternfeld geboren – 1933 nach längerer Krankheit in Gera gestorben
  • 1922 Heirat des Kaufhausbesitzers Herbert Joseph Biermann und Umzug nach Gera
  • 1922 und 1923 Geburt der Kinder Helga und Gerd
  • 1926 bis 1932 Hochphase ihres Schaffens

Die 1920er-Jahre waren eine technikbegeisterte Zeit, die gerade das Medium des Films und der Fotografie für sich entdeckten. Nicht im Dienst der Abbildung, als Konkurrent zur Malerei sollte sich dieses neue Medium behaupten, sondern neue Wege beschreiten und neue Sichtweisen erproben. Die Neue Fotografie vertrat auch die Auffassung, dass Laien mit schöpferischer Begabung ausgestattet, gleichfalls ein neues Sehen ermöglichten.

Aenne Biermann war eine dieser neuen Seher*innen. Als Autodidaktin entwickelte sie einen ganz besonderen Blick auf Gegenstände des Alltags und transformierte diese durch ihre Fotografie ins Künstlerische.

Bereits 1928 erscheinen in dem Kunstblatt drei Fotografien von Aenne Biermann. Es sind somit die frühsten publizierten Arbeiten der Künstlerin. Mit den Namen Andante Maestoso, Scherzo, und Finale versehen, bedient sich die Künstlerin Begriffen der Musik und stellt sogleich einen Zusammenhang dieser drei Arbeiten her. Scherzo, rein gegenständlich betrachtet,ist ein Blick in das Innere eines Flügels; ein Konstrukt aus zahllosen waagerecht verlaufenden dünnen Seiten, den kontrastierend die Stege des gusseisernen Rahmens entgegen verlaufen: helle, dunkle, matte und glänzende Flächen wechseln einander ab. Doch die Künstlerin zeigt uns nicht mehr den Konzertflügel als Instrument, sondern ein abstraktes konstruktivistisches Gefüge aus Linien und Flächen, Licht und Schatten.

Innerhalb nur weniger Jahre (1926-1932) setzte sich Aenne Biermann intensiv mit der Fotografie auseinander und zählt heute zu den wichtigsten Protagonist*innen der modernen Fotografie um 1930. Angesichts ihres frühen Todes und des Verlusts des größten Teils ihres Oeuvres stellt der Fotobestand von Aenne Biermann eine bedeutende Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Gera und eine wichtige Quelle zur Fotografie der Kunstrichtung der Neuen Sachlichkeit dar.