Letzter Blick auf die Mammut-Backenzähne vor der Abreise; Museumsmitarbeiter Dr. Andreas Gerth und Bundestagsabgeordnete Elisabeth Kaiser

Mammut-Backenzähne auf Reise

Der Verein „Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde e. V.“ hat sich für ein besonderes Projekt zur Unterstützung des Museums für Naturkunde Gera stark gemacht. Die im Museum aufbewahrten Backenzähne von ausgewachsenen Mammuten und Mammutkälbern aus der Lindenthaler Hyänenhöhle sind vom Zerfall bedroht. Grund dafür sind die spezifische Struktur und Zusammensetzung solcher Zähne, was das Abplatzen von Schichten und den Zerfall in Teilstücke begünstigt. Eine professionelle und nachhaltige konservatorische Spezialbehandlung soll nun die 1874 in Gera-Pforten gefundenen Zähne für die Zukunft sichern und bewahren. Durch die Initiative des Vereins konnten die nötigen finanziellen Mittel für die aufwändige und vor allem fachgerechte Behandlung in der PalaeoWerkstatt Henssen in Goch am Niederrhein zusammengetragen werden. Bereits am 1. Juli 2022 treten die Zähne ihre lange Reise zur Werkstatt an. Die Behandlung soll etwa zum Jahresende abgeschlossen sein.

Den Löwenanteil der Finanzierung in Höhe von 5000,00 Euro steuert der Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Elisabeth Kaiser (SPD) durch Mittel aus Überschüssen der Staatslotterie Thüringens bei.
Weitere finanzielle Unterstützung zum Erhalt der Geraer Mammut-Backenzähne leisteten
die Sparkasse Gera-Greiz,
die Chemiewerk Bad Köstritz GmbH,
das SRH Wald-Klinikum Gera,
die Zahnarztpraxis Sebastian Schopplich / Gera,
die Zahnarztpraxis Dr. Anke Geupel und Dr. Hendrik Geupel / Gera,
Siegfried Kern / Landsberg,
Dr. Bengt Fuchs / Gera,
Lars Cunäus / Naumburg und
Dr. Silvio Brandt / Chemnitz.

Die Lindenthaler Hyänenhöhle wurde im Spätherbst 1874 im heutigen Geraer Stadtteil Pforten im Kreuzungsbereich der Pfortener Straße und der Robert-Blum-Straße entdeckt. Sie bestand aus zwei Felsspalten und war mit lockerem Material gefüllt. Darin und darunter fanden sich zahllose Knochen und Knochensplitter. Gefunden wurde damals eine „Hyänenhöhle“ wie sie von eiszeitlichen Höhlenhyänen mindestens zum Auffressen der Beute genutzt wurde. Im Fall der Lindentaler Hyänenhöhle enthielt das Lockermaterial Knochenreste von mehr als 30 eiszeitlichen Tierarten, darunter auch vom Mammut.

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