Backenzahn eines Mammut-Kalbes nach der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein

Geraer Mammut-Backenzähne erfolgreich präpariert

Der Verein „Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde e. V.“ hat sich für ein besonderes Projekt zur Unterstützung des Museums für Naturkunde Gera eingesetzt. Die im Museum aufbewahrten Backenzähne von ausgewachsenen Mammuten und Mammutkälbern aus der Lindenthaler Hyänenhöhle waren vom Zerfall bedroht. Durch eine professionelle und nachhaltige präparatorische Spezialbehandlung in der „PalaeoWerkstatt Henssen“ in Goch wurden die 1874 in Gera-Pforten gefundenen Zähne nun für die Zukunft gesichert und bewahrt.

Ein Grundproblem war dabei, dass die Zähne in der Vergangenheit nicht fachgerecht behandelt wurden und dadurch stark bis sehr stark bröselig waren. Das hatte dazu geführt, dass einzelne Zähne schon mehrfach gebrochen und nur notdürftig mit braunem Leim und anderen Substanzen zusammengesetzt wurden. Zum Teil waren zudem Fehlstellen mit Gips verspachtelt oder sogar durch eingesetzte Holzstücke ersetzt worden. Alle Zähne waren darüber hinaus mit Knochenleim bestrichen. All diese Materialien mussten im Rahmen der Behandlung zuerst vollständig entfernt werden. Dazu wurden die Zähne vorsichtig gewaschen und mit Bürsten behandelt. Gips, Holz und Ähnliches entfernte man dabei sorgfältig mechanisch. Die alten Klebungen mussten behutsam gelöst werden. Anschließend erfolgte die Trocknung im Wärmeschrank bei unterschiedlichen Temperaturen über bis zu 12 Stunden. Bei Zähnen, die dann zwischenzeitlich in Einzelteilen vorlagen, galt es diese passgenau mit einem sachgerechten Kleber zusammenzusetzten. Danach wurde jeder Zahn individuell mit Silikon ummantelt bzw. die Oberfläche des Zahns mit Silikon isoliert. Dann wurden die Zähne mittels einer Öffnung in der Silikonummantelung mit flüssigem Epoxidharz getränkt. Als Folge füllten sich damit alle Risse, Spalten und Hohlräume mit dem Harz, was nach dessen Aushärtung einen sehr festen Zusammenhalt des Zahns garantiert. Nach dem Entfernen der Silikonschicht musste dann nur noch die Oberfläche der äußerlich sichtbaren Epoxidharzfüllungen mit Fräsern bearbeitet werden.

Betrachtet werden können die Mammut-Backenzähne am 21. Januar 2023 von 11.00 bis 17.00 Uhr während des „Urzeit-Tags“ im Museum für Naturkunde Gera.

Den Löwenanteil der Finanzierung in Höhe von 5000,00 Euro steuerte der Thüringer Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) mit Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Elisabeth Kaiser (SPD) durch Mittel aus Überschüssen der Staatslotterie Thüringens bei.

Weitere finanzielle Unterstützung zum Erhalt der Geraer Mammut-Backenzähne leisteten

die Sparkasse Gera-Greiz,

die Chemiewerk Bad Köstritz GmbH,

das SRH Wald-Klinikum Gera,

die Zahnarztpraxis Sebastian Schopplich / Gera,

die Zahnarztpraxis Dr. Anke Geupel und Dr. Hendrik Geupel / Gera,

Siegfried Kern / Landsberg,

Dr. Bengt Fuchs / Gera,

Lars Cunäus / Naumburg und

Dr. Silvio Brandt / Chemnitz.

Backenzahn eines Mammut-Kalbes vor der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
Backenzahn eines Mammut-Kalbes vor der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
Backenzahn eines Mammut-Kalbes während der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
Backenzahn eines Mammut-Kalbes während der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
Backenzahn eines Mammut-Kalbes nach der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
Backenzahn eines Mammut-Kalbes nach der präparatorischen Behandlung, Foto: „PalaeoWerkstatt Henssen“ / Susanne Klein
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